Wie ich während der COVID-19-Pandemie Dankbarkeit praktiziere
Dankbarkeit zu zeigen ist an guten Tagen wichtig. An Tagen, an denen es nicht ganz so rosig aussieht, ist es sogar noch wichtiger.
Ich möchte mich dir gegenüber ganz offen zeigen. In der vergangenen Woche hatte ich ziemlich viele dieser „nicht so tollen“ Tage. Da ich normalerweise dafür bekannt bin, positiv zu sein und anderen in schwierigen Zeiten beizustehen, war es für mich extrem schwer, selbst mit diesen Schwierigkeiten fertig zu werden.
Am schwersten fällt es mir, zu wissen, dass meine Situation nichts ist im Vergleich zu dem, was Millionen anderer Menschen auf der ganzen Welt gerade durchmachen. Was gibt mir das Recht, niedergeschlagen zu sein, wenn es Ärzte gibt, die jeden Tag an vorderster Front ihr Leben riskieren, oder Familien, die um den Verlust ihrer Liebsten trauern?
Tief in meinem Inneren weiß ich, dass ich zu den wirklich Glücklichen gehöre. Doch auch wenn es gut ist, meine Situation im richtigen Verhältnis zu sehen, bedeutet das nicht, dass meine Gefühle weniger berechtigt sind als die anderer Menschen.Um negative Emotionen hinter uns zu lassen, müssen wir uns zunächst die Erlaubnis geben, sie zuzulassen. Wenn wir sie in uns hineinfressen und so tun, als wären sie nicht da, werden sie einfach wachsen und sich später zu viel größeren Problemen entwickeln.
Es ist in Ordnung, sich niedergeschlagen zu fühlen. Es ist in Ordnung, sich einsam zu fühlen. Es ist in Ordnung, sich ängstlich zu fühlen.
Diese Gefühle sind alle Teil der menschlichen Erfahrung und würden nicht existieren, wenn sie uns nicht in irgendeiner Weise dienen würden. Erlaube dir, sie voll und ganz und ohne Wertung zu spüren. Gefühle sind Energie in Bewegung – lass sie also frei durch deinen Körper fließen, anstatt sie zu unterdrücken und die Energie stagnieren zu lassen.
Weine, wenn du das Bedürfnis dazu hast. Schrei in dein Kissen, wenn es dir gut tut. Erlaube dir, deine Gefühle auf jede Art und Weise loszulassen, die sich für dich richtig anfühlt. Und dann, ganz langsam, wenn du bereit bist, kehre in den gegenwärtigen Moment zurück. Atme.

Wenn du dir erlaubst, „negative“ Emotionen wie Wut, Traurigkeit oder Angst zuzulassen, kannst du dir auch jederzeit erlauben, positive Emotionen zu empfinden. Und eine der wichtigsten Emotionen, die wir gerade jetzt empfinden können, ist Dankbarkeit. Eine intensive Dankbarkeitspraxis war für mich in diesen schwierigen Zeiten ein Anker – ebenso wie in anderen Momenten meines Lebens, in denen ich vor einer echten Herausforderung oder einer schwierigen Situation stand.
Was ist Dankbarkeit?
Dankbar zu sein bedeutet nicht, so zu tun, als gäbe es die schlechten Dinge nicht. Dankbar zu sein bedeutet einfach, den Fokus auf all die guten Dinge zu richten, die es ebenfalls gibt.
Die Wissenschaft hat nachgewiesen, dass Menschen eine angeborene Negativitätsverzerrung haben, die uns aus evolutionärer Sicht in vielerlei Hinsicht zugutekam. Das bedeutete, dass wir gegenüber den Gefahren unserer Umgebung wachsam bleiben konnten, anstatt alle paar Minuten anzuhalten, um an den Blumen zu riechen.
Heutzutage werden wir jedoch nicht mehr von Säbelzahntigern gejagt, und wir haben die Mainstream-Medien, die uns daran erinnern, wovor wir Angst haben können. Deshalb geht es uns viel besser, wenn wir uns stattdessen auf all die Dinge konzentrieren, für die wir dankbar sein können. Es ist unmöglich, gleichzeitig Traurigkeit und Dankbarkeit zu empfinden. Je mehr wir Dankbarkeit üben, desto mehr wird uns bewusst, wie viel es jeden Tag gibt, wofür wir dankbar sein können .
Im Moment übe ich mich in Dankbarkeit, indem ich die folgenden drei Dinge tue:
#1. Eine Liste von Dingen, für die ich dankbar bin
Jeden Morgen schreibe ich zwei bis drei Dinge auf, für die ich im Hier und Jetzt dankbar bin. Das erinnert mich daran, wie viel ich in meinem Leben gerade zu schätzen habe.
Heute war es das Sonnenlicht, das durch mein Schlafzimmerfenster schien, die Wärme meines magischen Kurkuma-Latteund die Tatsache, dass meine Familie wohlauf und gesund ist.
#2. Dinge, die noch nicht passiert sind
Als Nächstes schreibe ich zwei bis drei Dinge auf, für die ich dankbar bin, die aber noch nicht passiert sind. Das erinnert mich daran, wie viel ich in der Zukunft zu erwarten habe, sobald sich das Leben wieder normalisiert.
Heute habe ich mit meinen besten Freunden zu Mittag gegessen, bin im Meer geschwommen und habe meinen Opa besucht, um mich mit ihm am Nachmittag über Fußball zu unterhalten.
#3. Die Liste am Kühlschrank anheften
Zum Schluss hefte ich die Liste an meinen Kühlschrank und lege einen Stift strategisch günstig daneben. Im Laufe des Tages füllt sich die Liste, und das weckt in mir ein noch stärkeres Gefühl der Dankbarkeit, wenn ich weiß, dass auch meine Familie Dinge hat, für die sie dankbar sein kann.

Wenn du dich gerade verloren oder überfordert fühlst, probier doch mal diese Dankbarkeitsübung aus. IchEs mag sich zunächst schwer anfühlen, aber schon nach wenigen Tagen wirst du merken, wie viel leichter es dir fällt, all die guten Dinge in deinem Leben wahrzunehmen.
Wenn du alleine lebst, versuche doch einmal, deine Liste in einem Gruppenchat mit Freunden oder deiner Familie zu teilen, anstatt sie an den Kühlschrank zu heften. Schaut euch die Liste am Ende des Tages noch einmal gemeinsam an und denkt gemeinsam darüber nach, wofür ihr alles dankbar sein könnt.
In den nächsten Wochen werden wir wahrscheinlich alle ein Wechselbad der Gefühle erleben. Das ist in Ordnung. Wenn wir jedoch unsere Aufmerksamkeit auf die Dankbarkeit richten, werden wir erkennen, dass alles, was wir brauchen, um diese Zeit zu überstehen, bereits in uns steckt.
Bleib positiv. Bleib gesund. Und bleib zu Hause.
Wenn Sie mehr erfahren möchten, hören Sie sich eine meiner aktuellen Podcast-Folgen an, in der ich meine Sicht auf COVID-19 darlege und ausführlich darüber berichte, wie diese Erfahrung mein Leben bisher verändert hat.
- Josh