Eine stoische Übung gegen Angst
Das Leben kann sich heute mehr denn je wie eine endlose Abfolge von „To-do-Listen“ und schlechten Nachrichten anfühlen.
Das kann einen regelrecht erdrücken. Die E-Mails kommen ununterbrochen, und die Liste der Dinge, die ich „wahrscheinlich erledigen sollte“, wächst wie eine Python, die sich langsam, aber sicher ausstreckt – ohne dass ein Ende in Sicht ist.
Pandemien, Unruhen, Bombenanschläge, Erdbeben – manchmal hat man das Gefühl: Kaum scheint eine Krise abzuklingen, taucht schon die nächste am Horizont auf, die nur darauf wartet, sich anzukündigen und einem den Monat zu vermiesen.
Und das gilt nur auf globaler Ebene. In unserem jeweiligen Leben hat jeder von uns mit seinen ganz persönlichen Herausforderungen zu kämpfen. Beziehungsprobleme, Unsicherheiten, Ängste...
Das klingt ein bisschen düster, oder?
Ja, und manchmal ist das Leben eben ein bisschen trostlos. Ich würde dir etwas vormachen, wenn ich behaupten würde, dass das nicht so ist. Aber es gibt trotzdem Möglichkeiten, es ein bisschen erträglicher zu machen.
Ich möchte euch ein Hilfsmittel vorstellen, das mir in diesen Zeiten dabei geholfen hat, etwas Luft zu holen. Ich verspreche euch zwar keine eitel Sonnenschein, aber es ist etwas, das mir schon durch viele schwierige Zeiten geholfen hat.
Es handelt sich um eine alte stoische Übung, dieoft als „Betrachtung des Ganzen“ bezeichnet wird. (P.S.: Nicht das tolle neue Produkt „WHOLE“ von Vivo Life, das ihr unbedingt ausprobieren solltet … Sorry, ich konnte einfach nicht widerstehen.)
Ich nenne es lieber „der Blick von oben“, da mir das etwas weniger förmlich erscheint!
Dabei geht es darum, auf die Welt herabzuschauen, als befände man sich meilenweit über dem Boden. Versuche dir das gesamte Universum und deinen Platz darin vorzustellen. Denke darüber nach, wie vergänglich materielle Dinge sind und dass sie im großen Ganzen nur für einen winzigen Augenblick existieren.
Ich helfe Ihnen gerne dabei, sich das vorzustellen! Schauen Sie sich zunächst einmal dieses Bild an:

Vielleicht habt ihr dieses Bild schon einmal gesehen, aber ich möchte es trotzdem kurz erklären. Es handelt sich um eine Aufnahme, die 1990 von der Voyager 1 der NASA gemacht wurde. Sie befindet sich etwa 3,7 Milliarden Meilen von der Sonne entfernt.
Carl Sagan hat es einmal mit Worten ausgedrückt, die besser sind, als ich sie je finden könnte: „Schaut euch diesen Punkt noch einmal an. Das ist hier. Das ist unsere Heimat. Das sind wir.“
Auf diesem kleinen, blassen Punkt in der Ferne liegen all deine Probleme. Unbezahlte Rechnungen, unsichere Arbeitsverhältnisse, Beziehungsprobleme, Unsicherheit, Ängste – all das auf diesem einen Pixel mitten auf deinem Bildschirm.
Zu sagen, das Universum sei riesig, ist eine Untertreibung. Stell dir alle Sandkörner der Welt vor – (Schätzungen gehen von etwa sieben Quintillionen und fünfhundert Quadrillionen Sandkörnern aus, falls du dich das fragst!)
Bedenken Sie nun, dass es weitaus mehr Sterne im Universum gibt. Stell dir vor, du würdest dich Milliarden von Lichtjahren von der Erde entfernen und so viel anderes Leben sehen.
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mir hilft es auf jeden Fall, die Dinge ins rechte Licht zu rücken. Was auch immer mir Sorgen bereitet, es ist wirklich nicht so große Sache – egal, wie sehr es mir vielleicht durch den Kopf geht.
Natürlich ist das Universum so groß, dass es fast sinnlos erscheint, seine Dimensionen begreifen zu wollen. Betrachten wir es also einmal auf einer kleineren Ebene.
Schau dir das mal an:

Dies ist eines der ältesten Beispiele für Höhlenmalerei, die jemals entdeckt wurden. Wissenschaftler schätzen, dass sie vor über 44.000 Jahren entstanden sind.
Wer auch immer dies gezeichnet hat, hat Freude, Lachen und Vergnügen, aber auch Angst, Furcht und Wut erlebt. Auch wenn die Probleme damals vielleicht andere waren als heute, gab es dennoch Probleme.
Aber sie gingen vorüber, und das Leben ging weiter. Eines Tages werden die größten Ängste deines Lebens nur noch ein winziger Staubkorn sein. Egal, wie schwer die Dinge auch erscheinen mögen – es wird vorübergehen.
Bestimme deine Sichtweise
Oftmals kann diese Übung bei den Menschen unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Während viele (wie ich) sie als sehr beruhigend empfinden, kann sie auf andere eher bedrückend wirken – wenn wir so unbedeutend sind, wozu dann überhaupt noch im Leben sein Bestes geben?
Ich möchte dich dazu einladen, deine Sichtweise zu hinterfragen und die Dinge einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Denk daran, dass deine Sichtweise ganz und gar deine eigene ist – und dass du sie nach Belieben steuern kannst. Entscheide also, was für dich wesentlich und wichtig ist, und lass alles außer Acht, was dir nicht dient!
Wie du deine Werte zum Beispiel in die Tat umsetzt, ist entscheidend für ein gutes Leben. Machst du dir Gedanken darüber, was deine Freunde von dir halten? Das spielt keine Rolle.
Die Herausforderung
Probieren Sie das doch in der nächsten Woche einmal aus:
- Wenn du das nächste Mal wegen irgendetwas besorgt bist, schließe die Augen und denke an die oben gezeigten Bilder.
- Akzeptiere, dass es in Ordnung und ganz natürlich ist, Angst zu empfinden, aber denk daran, wie klein unsere Probleme im großen Ganzen des Universums sind.
- Schau dich um und sei dankbar für die einfachen Dinge. Eine heiße Tasse Tee, dich im Bett einkuscheln und ein bisschen Netflix schauen. Du bist in Sicherheit.
- Schreibe deine Ängste in ein Tagebuch und beantworte die Frage: „Lohnt es sich, sich darüber Sorgen zu machen? Wird mir das in zehn Jahren noch wichtig sein?“
Pass gut auf dich auf und bis bald,
Elliot